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Krisenvergleich

Illustration - Planet Erde umgeben von Blättern, wie eine Frucht

In meinem Twitter-Feed tauchte ein Link zu einem interessanten Artikel von Klement Tockner zur Bedeutung der Wissenschaft auf. Der Tweet zitierte eine Bildunterschrift aus dem Artikel: “Die Kurve abflachen: Diese Maxime müsste auch für die Erderwärmung und Naturzerstörung gelten.”

Das gab für mich einen Anküpfungspunkt für einen Twitter-Thread zum Thema Leistungsdefinition. Enjoy :)

Link zum Artikel » scilog.fwf.ac.at


Ich “threade” jetzt mal utopisch. Bin ja Solarpunkerin, liegt in meiner Natur.

Ja – diese Maxime muss gelten. Klimaschutz ist Lebensschutz. Die Bedrohung durch den Klimawandel ist nicht so klar, breit & unmittelbar spürbar, aber sie ist da.

Das ist jetzt eine Chance.

Wissenschaft erfährt Akzeptanz. Wir hören plötzlich Virolog*inn*en zu. Wir setzen auf Open Source, bei Erfindungen & Daten. Feiern Firmen, die Probleme lösen (Frugalinnovation).

Hochleistung ist geschätzt & sexy. Fast schon wie im Sport.

Das ist eine gute Basis für Vertrauen. Wenn wir diesen Trend nutzen, holen wir Menschen mit an Bord. Für die Ansätze, die wir durch die Änderungen im Klima brauchen. Das Warum aus der Wissenschaft, das Wie aus der Wirtschaft (ökosoziale Marktwirtschaft).

Ich habe mir das Hirn zermartert, warum wir – damit meine ich vor allem uns GenXers – schon so lange wissen was abgeht, aber nicht tatkräftiger agieren. Warum kreislauforientierte Entwicklungen nicht schon lange Marktalltag sind, und die GenZ auf die Straßen muss.

Eine Antwort, die ich gefunden habe, ist das Zitat von Gus Speth … dass wir dachten, Wissenschaft & Technik bringen uns “automatisch” die Lösung. Dabei die sozial-ökologisch-ethische Komponente vernachlässigt haben. Daher Schieflage. Hedonismus statt Fortschritt.

Text-Zitat von Gus Speth (online zu finden)

Wir haben das Ziel falsch definiert. Wir gehen in Richtung “Wealth” statt in Richtung “Wellbeing (sorry, hier ist das Englische klarer). Aber Lebensqualität ist mehr als materielle Sicherheit.

Hypothese:
Leistung muss anders definiert werden.

Aufgaben in Bildung, der Pflege von Menschen, von Gebäuden & Infrastruktur, in der Lebensmittelerzeugung … die werten wir falsch. Nur weil das grundsätzlich mehr Menschen machen können, ist es nicht weniger wert. Das ist ein kapitaler Kapitalismus-Trugschluss.

Darum bin ich z. B. sofort dabei, wenn wir vom bedingungslosen Grundeinkommen sprechen. Sicher, ein paar Komiker*innen hast immer, die das verkehrt nutzen werden. Nur … die haben wir jetzt ja auch, oder? Stichwort Steueroasen?

Jedoch die Werte-Definition, insbesondere die von Leistung sieht gleich ganz anders aus, wenn wir nimmer in “Gehältern” messen.

Wir sind biologische Wesen mit einem hochentwickelten Hirn. Wir beschäftigen uns gerne. Wir werden kreativ, lernen etwas, packen bei manuellen Arbeiten an, bauen, konstruieren, erfinden, kochen … und beenden den Tag mit dem unglaublich gutem Gefühl, etwas Sinnvolles getan zu haben.

Keine pseudowichtigen Meetingmarathons. Nicht schlecht fühlen, weil man “nur” eine Windel gewechselt hat (beim Baby / den Urgroßeltern). Wertschöpfung statt BoreOut & BurnOut.

Das ist nur für einen bestimmten Teil der Menschheit bedrohlich … für die, welche momentan ohne echte Leistung gut dastehen. Wo das Kapital arbeitet, oder der Schmäh & die Beziehungen. Die müssten durch eine harte Schule (hey, ihr würdet das packen, wir helfen!).

Ein weiterer Hintergedanke dabei – das komplette Wertesystem zieht mit. Man braucht nicht für alles eine (energieraubende) Maschine. Man kauft etwas für die Seele, fürs Hobby, nicht als Statussymbol. Erfolg zeigt sich anders. Zum Beispiel als Lebenfreude.

Soll bedeuten – kein Problem mit Geld als Tauschmittel, auch nicht mit Marktwirtschaft. Nur diese Auswüchse – die sollten wir jetzt wirklich trimmen. Die tun uns nicht gut, schaden unserem Heimatplaneten, also machen wir es nimmer. Purer Pragmatismus, oder?

Man stelle sich nur vor … wir leben in einer Welt, wo uns nix abgeht, wir aus eigener Kraft leben und nicht auf Kosten anderer oder unwiederbringlicher Ressourcen.

Und das geht. Wir haben das Hirn dazu.

Im stetigen Austausch. Im agilen Kreislauf. System- und Prozess-orientiert. Fehlerfreundlich. Adaptiv. Mit dynamischer Idealität. Survival Of The Fittest eben (so, und jetzt fragt mich, warum ich TRIZ & Bionik bzw. Biognosis so mag).

Bin im Verlauf der Jahre eben eine Linksliberale geworden, welche die Linke nicht mag (zu marktorientiert), die Liberalen nicht (da sozialstaatfreundlich) und meine ehemalige Heimat, die konservative Mitte, skeptisch beäugt. Und ich bin Zweckoptimistin.

Wir schaffen #FlattenTheCurve. Ich persönlich gehe von einer hohen “Infizierten-Dunkelziffer” aus, mit Immunität – und dass wir tatsächlich gefährdete Menschen gut schützen können, bis gezielte Behandlung möglich (Stichwort Test-Trace-Isolate).

Die Frage ist nur – was lernen wir?

Haben wir dann Systeme “in place” die wir schnell abrufen können, wenn wir in eine vergleichbare Situation kommen? Verzichten wir auf Systeme, die bei sowas sofort krachen und nicht resilient sind? Wie starten wir Wirtschaft neu?

Gehen wir ein Redesign von Wirtschaft, Energie, Mobilität & Co an?

Gewinnoptimierung statt Maximierung?
Qualitative Faktoren vor quantitativen?

Nutzen wir ENDLICH jahrzehntelang vorhandenes Wissen um diese Dinge?

Hm?
Hm?
Hm?

Abschließend – bitte nicht glauben, AI rettet die Welt. Es hat einen Grund, warum viele hochgescheite Leut’ da warnen. Erforschen – immer. Tatsächlich nutzen – nur mit Ethikkommission. Das ist sonst nicht nur ein digitaler Holzweg, sondern Pandora.

Bachler Over & Out *face throwing a kiss*


Beitragsbild auf Startseite von Gerd Altmann auf Pixabay