Suche
  • Die Theke für Gedankenfetzen.
  • Barfrau: Elke Barbara Bachler. Prost!
Suche Menü

Wort zum Sonntag

Illustration - Planet Erde umgeben von Blättern, wie eine Frucht

Ich stelle mit Beunruhigung fest, dass im Zuge der COVID19 Krise die menschliche Präpotenz gegenüber der natürlichen Welt wieder durchbricht. Und ich kann gar nicht sagen, wie mir da die Hutschnur hochgeht.

Viele der ernsten Probleme, die wir als Spezies in unserer “zivilisierten” Welt haben, entspringen dem “Mach dir die Erde untertan” Gehabe. Stichworte dazu sind Klimawandel, Antibiotika-resistente Keime, radioaktive Verstrahlung.

Wir sind eine neugierige, anpassungsfähige Spezies. Mit einem genialen Hirn. Wir forschen, lernen verstehen, können erfinden und verschiedenste Lebensräume nutzen.

Nur neigen wir a bisserl zu selbstgerechter Überheblichkeit & Selbstüberschätzung.

Statt gut & komfortabel als Teil unseres natürlichen Systems zu leben und die Regeln intelligent & konstruktiv zu nutzen, gehen wir dagegen an, als wäre es ein Todfeind.

Ein modernes, technokratisches Äquivalent zur “Verbrennt die Hexe!” Hysterie.

Beispiel für positives Nutzen der Regeln:

Impfung. Gezieltes Trainieren unseres Immunsystems auf bestimmte Erreger, unter kontrollierten Bedingungen. Welche uns sonst in ernste Schwierigkeiten bringen, weil gefährlich / hochansteckend. Beispiel Masern.

Ein negatives Beispiel:

Überfluten des Marktes mit Desinfektionsmittel (beim Putzen im privaten Haushalt). Beiläufige Nutzung von Antibiotika, bei uns selbst und bei Nutztieren. Falsches Verständnis von Hygiene und Suggerieren einer keimfreien Welt.

Das Resultat?

Wir nutzen und unterstützen unser Immunsystem nicht, sondern lassen es degenerieren. Gleichzeitig erzeugen wir Resistenz bei Keimen. So dämlich muss man erst mal sein, bei aller Brainpower.

Zusatz: Es gibt wissenschaftliche Ansätze, die einen Zusammenhang mit Allergien sehen. Sehr unwissenschaftlich formuliert: Immunsystem ist untertrainiert bzw. schnell überfordert – und läuft Amok.

Könnten wir uns ersparen. Genauso ersparen könnten wir uns einen weiteren Aspekt: Ein Grund, warum wir verstärkt mit “Spillover” Effekten wie bei Coronaviren konfrontiert sind, sind nicht die Fledermaus oder das Tannenzapfentier. Es ist der Druck, Lebensräume auszubeuten.

Fakt:
Krankheitserreger sind Teil unserer Welt.

Wir haben zwei maßgebliche Schutzmaßnahmen:
Unser Hirn und unser Immunsystem.

In Kombination genutzt sind wir gut aufgestellt. Für mich fassen die 17 Nachhaltigkeitsziele das übrigens perfekt zusammen. Wo ich höchst sensibel reagiere, weil eben nicht nachhaltig:

  • Das Suggerieren, man könne sich fix von Krankheitserregern entkoppeln und
  • das Koppeln von Wissenschaft & Gesundheit an Kapitalmarktregeln.

Die Kombi ist echt gefährlich. Was finde ich daher gescheit?

  • Keine überzogene Hygiene-Hysterie, sondern Bildung.
  • Immunsystemtraining als natürliche Präventivmaßnahme (für Unvorhergesehenes, wie jetzt). Einfaches Trainingsbeispiel: Kinder dürfen sich in der Natur dreckig machen.
  • Impfen mit Sinn, Maß und Ziel, im Optimalfall sozialstaatlich geregelt und finanziert.
  • Wissenschaft & Forschung sind wichtige Säulen unserer Entwicklung. Kapitalmarktregeln haben hier nichts verloren. Besonders wenn es um Gesundheit geht.

Und weil es dazu gehört:
Umweltschutz ist Lebensschutz.

Sei es im Bewahren von Lebensräumen, Vermeidung von Umweltverschmutzung, und einem Schwenk zu “von Haus aus” sauberen Technologien.

Man soll sich ja Ziele setzen, oder ;)


Tipp

Dazu passt » Politik & SDGs

Link zum Original-Thread, mit GIF-Einsatz » twitter.com/elkebachler


Beitragsbild auf Startseite von Gerd Altmann auf Pixabay